Betrifft Kinder

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Roger Prott wirft einen Blick auf ein weltweit einmaliges Zeitschriftenprojekt und Netzwerk der Frühpädagogik: »KINDER in Europa«

Einmalig! Einzigartig! Diese zu Werbezwecken so häufig gebrauchten und darum etwas abgenutzten Wörter müssen Ihnen nicht einfallen, auch wenn jetzt die neueste Ausgabe der Zeitschrift »KINDER in Europa« vor Ihnen liegt.

Sonderlich auffällig ist sie ja nicht mit ihrem schlichten Erscheinungsbild. Alle Abonnentinnen und regelmäßigen Leserinnen von »Betrifft KINDER« kennen die Zeitschrift in der Zeitschrift schon länger. Sie nehmen sie mindestens zweimal jährlich in die Hand und lesen dann hoffentlich darin. Allerdings erschließt das Einmalige und Besondere von »KINDER in Europa« sich ihnen nicht einmal dann mit Sicherheit, und darum will ich versuchen, die Zeitschrift, ihre Ziele und ihre Besonderheiten näher zu bringen. Oder anders herum: Sie, die Leserinnen und Leser sollen mit den Kindern in Europa nähere Bekanntschaft schließen.

»KINDER in Europa« ist eine Zeitschrift, die als gemeinsames Werk von Menschen geschaffen wird, die ihrerseits wiederum ihre eigenen Fachzeitschriften produzieren, verteilen und verkaufen. Der Verlag das netz gibt regelmäßig »Betrifft KINDER« heraus, dazu mehrere Sonderhefte und davon eben zwei Ausgaben pro Jahr von »KINDER in Europa«. Eine einmalige Besonderheit für eine pädagogische Fachzeitschrift ist darum, dass sie von einem Zusammenschluss von mittlerweile 15 Partnern herausgegeben wird. Als die Zusammenarbeit im Jahr 2001 begann, waren es nicht einmal halb so viele, sechs – eine Erfolgsgeschichte also.

Nicht genug damit, dass 13 Partner sich für jede Ausgabe koordinieren müssen; dies sind ja »nur« die stimmberechtigten Mitglieder. Darüber hinaus gibt es assoziierte Partner, so dass jedes »KINDER in Europa« in insgesamt 18 europäischen Ländern und jeweils in 16 verschiedenen Sprachen erscheint.


Wer dahinter steht

Allein die Zahl der gleichberechtigten Herausgeber und Partner ist einzig in der pädagogischen Szene und der Zeitschriftenverlage überhaupt, doch die Vielfalt ihres organisatorischen Hintergrundes ist es ebenfalls. Gewerkschaften von Lehrern und Erziehern (z.B. Dänemark, Portugal) sind ebenso aktiv wie Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen (z.B. Frankreich, Belgien, Griechenland), wie NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen, z.B. Stiftungen) in Schottland und Polen. Auch kommerzielle Verlage sind beteiligt, z.B. in Italien und Deutschland.

Mir ist wirklich kein anderes Projekt bekannt, das Organisationen mit so unterschiedlichen Anliegen und Zielen vereint und durch seine Praxis beweist, dass gleichberechtigte Vielfalt möglich ist. Das Projekt beweist, dass ein gemeinsames Interesse Anlass sein kann, Eigeninteressen sowohl zurück zu stellen, als auch zuzulassen.

Als Partner dieses Projekts wirken mit:

 

  • Italien: »Bambini« = Zeitschrift eines Verlages
  • Schweden: »Förskolan« = Zeitschrift der Lehrer- und Erziehergewerkschaft
  • Dänemark: »BØrn & Unge« = Zeitschrift der Lehrer- und Erziehergewerkschaft BUPL
  • Schottland: »Children in Scotland« = Zeitschrift der gleichnamigen Organisation
  • Kroatien: »Djeca u Europi« = Zeitschrift einer Fortbildungs – und Praxisforschungsorganisation
  • Polen: »Dzieci w Europie« = Zeitschrift der Comenius-Stiftung, einer Fortbildungs- und Forschungsorganisation
  • Frankreich und französischsprachiges Belgien: »Le Furet« und »Grandir à Bruxelles«, beides Zeitschriften von Forschungseinrichtungen
  • Spanien, katalanisch: »infància« = Zeitschrift einer Fachorganisation
  • Spanien, kastilisch: »infancia« dto.
  • Portugal: »Educação de Infancia” = Zeitschrift der Lehrer- und Erziehergewerkschaft APEI
  • Deutschland: »Betrifft KINDER« = Zeitschrift des Verlages das netz
  • Niederlande und flämischsprachiges Belgien: »Kinderen in Europa« = Zeitschrift von childcare international (NL) und VBJK (Belgien)
  • Griechenland: »Géfyres« = Zeitschrift eines Verlages


Und dann sind da noch dabei, ohne allerdings zum verantwortlichen Herausgeberkreis zu gehören:

  • »Unsere Kinder« in Österreich,
  • die Universität in Brasov für die rumänische Ausgabe,
  • die Pro Excellentia Stiftung in Budapest (Ungarn) und
  • »Utdanningsforbundet« die Gewerkschaft der Lehrer und Erzieher in Norwegen.


Für wen die Zeitschrift gemacht wird

Die Adressaten von »KINDER in Europa« sind in erster Linie Fachkräfte in Praxis und Theorie der Pädagogik einschließlich angrenzender Fachdisziplinen. Hinzu kommen Menschen, die Einfluss auf die Organisation, auf das Management und auf die Politik für Kinder, für Kindheit und für Kindertageseinrichtungen haben. Die Zeitschrift bringt Menschen zusammen, die sich für öffentliche (private und staatliche) institutionelle Erziehung interessieren, solange es sich nicht um schulische Veranstaltungen handelt, obwohl auch das nicht ausgeschlossen ist, denn die Frühpädagogik ist in den Staaten Europas höchst unterschiedlich organisiert. Der Schwerpunkt der Themen in »KINDER in Europa« liegt bei der Altersgruppe der null- bis sechsjährigen Kinder, reicht aber bis zu den zehnjährigen.

Für so unterschiedliche Menschen will und soll »KINDER in Europa« ein Forum sein, ein Marktplatz, auf dem Ideen und Ansichten getauscht werden, auf dem praktische Erfahrungen ebenso mitgeteilt werden wie neue Forschungsergebnisse oder (europa-)politische Informationen. Durch die Artikel wird über Kinder und Tagesstätten in Europa berichtet und dabei, jedes Mal ein kleines Stück, mehr Gemeinsamkeit in Europa geschaffen, weil davon auszugehen ist, dass die Kenntnis voneinander zu einer Entwicklung beiträgt, die Gemeinsamkeit herstellen hilft und Gemeinschaft bewirkt.

Angestrebt wird eine Mixtur von Theorie und Praxis, in der beide Felder voneinander profitieren. Dabei wird auch erkundet, wie die Gegenseitigkeit funktionieren kann. Wenn die europäische Politik immer im Blick ist, also vor allem die Frage, wohin sich die Europäische Union auf diesen Gebieten entwickeln könnte und sollte, dann ist auch stets ein wachsames Auge auf die unterschiedlichen nationalen Bühnen mit ihrem kommunalen/lokalen Unterbau gerichtet. Ein ausdrückliches Anliegen von »KINDER in Europa« ist nämlich, Forum zu sein für einen demokratischen Dialog. Die Zeitschrift soll diesen aktiv anregen, damit Verständnis füreinander wächst und Vielfalt gleichberechtigt bestehen kann.

Bei solchem  Anspruch und solch heterogener Ausgangslage verwundert es kaum, dass die Artikel nicht immer ungeteilten Beifall finden. Einigen sind sie manchmal zu wenig tiefgründig, anderen zu allgemein, wieder anderen zu speziell und manch einem Leser zu theoretisch und weit entfernt von der eigenen Praxis – solche  Rückmeldungen gibt es, doch im Großen und Ganzen ist es so wie der Titel von Heft 11 lautete: »Die Mischung macht's.«

Eine Auswahl der Themen:

  • Den Kindern zuhören (Heft 1), 2001
  • Die Rolle von Europa in Kindertageseinrichtungen (Heft 7)
  • Räume bilden: Architektur und Design für junge Kinder (Heft 8)
  • Bildungspläne und Evaluation in der frühen Kindheit (Heft 9)
  • Wie KINDER in Europa essen (Heft 10)
  • Die Mischung macht’s: öffentliche und private Träger (Heft 11)
  • Berufsbilder und Ausbildungsprofile für Erzieherinnen (Heft 15)
  • Junge Kinder als Forscher (Heft 16)    
  • Rechte für Kinder: 20 Jahre Kinderrechtskonvention der UN (Heft 17)
  • Orte für Kindheit: Gemeinwesen und Einrichtungen für junge Kinder (vorläufiger Titel Heft 18)



Wer macht das tatsächlich?

Es ist klar, dass nicht alle Herausgeberinnen und Herausgeber direkt an der Entstehung eines Heftes  mitwirken können. Die Themen werden gemeinsam festgelegt. Darüber hinaus hat jeder ein Vorschlagsrecht für einzelne Artikel. Doch für die praktische Auswahl und redaktionelle Bearbeitung gibt es einen verantwortlichen (Chef-)Redakteur und für jede Ausgabe einen wechselnden Gastredakteur (männlichen oder weiblichen Geschlechts natürlich). Von 2001 bis 2009 lag die Chefredaktion in der Hand von Prof. Peter Moss, der ein wirklicher Glücksfall für die Zeitschrift war. Überaus engagiert, überaus kompetent als Pädagoge, europaweit als Fachmann anerkannt und –  was überhaupt nicht selbstverständlich ist, wenn man auf seine deutschen Kolleginnen und Kollegen schaut – der Mann kann kurz und verständlich formulieren und schreiben. Ihm mangelt es derart an Eitelkeit, dass er sogar gegensätzliche Positionen zu den seinen neutral und anerkennend beschreibend darstellen kann. Während er seit neuestem seinen Ruhestand geniesst, und trotzdem »KINDER in Europa« weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen wird, rotiert die Chefredaktion nun jährlich im Kreis der Herausgeber. Als Gastredakteure werden dazu weiterhin kompetente Fachleute geladen. Die Arbeitssprache, das heißt diejenige, in die alle Artikel zuerst übersetzt werden, damit der Chefredakteur loslegen kann, richtet sich nach seiner Muttersprache. Danach werden alle Beiträge in alle Sprachen übersetzt und den Partnern zur Verfügung gestellt. Aus einer extra zusammen gestellten Bildergalerie können alle Partner die für ihr Land besten Bilder auswählen, und auch im Layout sind Eigenheiten möglich, so dass die Hefte trotz gleichen Inhalts dann doch jeweils etwas anders aussehen.

Und wenn ich schon bei der Anerkennung für Peter Moss bin für seine Arbeit und seine Verdienste, dann füge ich sogleich Dank an die Bernard-van-Leer-Stiftung in Den Haag an, ohne deren Anschubfinanzierung und noch immer laufender Unterstützung das Projekt »KINDER in Europa« hätte nie starten können.



Warum machen die das?  

Es ist die Idee, aktiv Fachpolitik zu betreiben, mindestens zu beeinflussen, die die Macherinnen und Macher von »KINDER in Europa« zu einander bringt. Das Miteinander und Zueinander schließt sogar Auseinandersetzungen untereinander ein, so wichtig ist ihnen ihr Anliegen. Sie sind andererseits aber auch der vollkommenen Überzeugung, dass ein Miteinander nur durch Auseinandersetzungen und durch gegenseitige Akzeptanz entwickelt werden kann.

Politisch eint sie die Erfahrung, dass Kinder und Kindertagesbetreuung allzu leicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden, dass Kinder und Kindertagesbetreuung jedenfalls besseres verdient haben. So mussten die Herausgeberinnen und Herausgeber über die Jahre feststellen, dass die wachsende Zahl der Teilhaber zum Erfolg beiträgt, weil das Wachstum selbst ein Erfolgsfaktor darstellt. Größe und Reichweite der Zeitschrift sind für Politiker und Politikerinnen auf allen Ebenen ein Signal, sie wahrzunehmen.

Doch die Herausgeber merkten auch, dass der Einfluss einer Zeitschrift begrenzt ist. Und deshalb wurden weitere Anstrengungen unternommen, sowohl einschlägige Fachleute am demokratischen Dialog über Kinder und Tageseinrichtungen zu beteiligen, als auch noch gezielter und intensiver mit Politikern in Kontakt zu treten.

Ein Mittel dazu ist das so genannte Diskussionspapier: »Auf dem Weg zu einer europäischen Strategie für Einrichtungen für junge Kinder (s. »Betrifft KINDER«, Heft 12/2007, S. 31-42). Das  Diskussionspapier weist weit über den Rahmen von »KINDER in Europa« als Fachzeitschrift und Forum für andere Autorinnen und Autoren hinaus. Mit dieser Vorlage haben sich die Herausgeber ein Instrument der Selbstvergewisserung geschaffen in einer Phase, in der die wachsende Zahl der Partner den bis dahin erreichten Zusammenhalt instabil machte. »Wie sehen wir Kinder und Kindertagesbetreuung? Gibt es einen Konsens, der von Schweden bis Portugal, von Schott- bis Griechenland gelten kann? Was wollen wir zusammen erreichen?«

Als vorläufige Antwort auf solche Fragen kann das Papier gelesen werden, doch es ging nicht um bloße Nabelschau. Die interne Diskussion war gleichsam eine Probe für die europäische Bühne mit so vielen möglichen Akteuren, auch solchen, die »KINDER in Europa« nicht regelmäßig lesen wollen oder gar nicht erst kennen. Das Diskussionspapier enthält politische Standpunkte zu den wichtigsten Fragen der frühkindlichen außerschulischen Erziehung, die die Diskussion in allen Ländern Europas anregen, durch Vergleiche mit der eigenen Situation bereichern und eigene Positionen überprüfen kann. Weil das Papier sich auch an Politikerinnen und Politiker in Brüssel und Straßburg richtet, kann und soll es dazu beitragen, eine EU-Politik für frühe Kindheit zu beeinflussen. Genau genommen muss es lauten »eine solche Politik zu schaffen«, denn noch befassen sich die offiziellen Stellen der EU mit diesem Themenschwerpunkt nur am Rande anderer Fragen, wie etwa der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – für Frauen (na klar).

Allein durch sein Vorhandensein zeigt das Papier, dass länderübergeifende Gemeinsamkeiten gefunden oder entwickelt werden können. Zwar ist dies manchmal nur um den Preis von sehr allgemeinen Formulierungen möglich, die sich breit interpretieren lassen, aber immerhin gibt es trotz aller bestehenden Unterschiede gemeinsame Positionen und damit gemeinsame Zielvorstellungen. So gipfelt das Diskussionspapier nach einer allgemeinen Bestandsaufnahme in zehn Prinzipien für ein europäisches System der Kindertagesbetreuung. Es sind dies, hier nochmals kurz mit der jeweiligen Kernaussage referiert:

 

  • Zugang: allen Kindern muss der Zugang zu Einrichtungen und Diensten der Kindertagesbetreuung offen stehen, unabhängig z.B. von der Berufstätigkeit der Eltern; jedes Kind hat ein Recht auf Zugang zur Kindertagesbetreuung;
  • Erschwinglichkeit: die Einrichtungen sind ein Angebot in öffentlicher Verantwortung und sollten daher kostenfrei sein;
  • Pädagogischer Ansatz: das Angebot sollte Betreuungs- und Bildungsaspekte ganzheitlich und gleichwertig gestalten;
  • Beteiligung: und Teilhabe sind grundlegende Werte für Kinder und Erwachsene;
  • Kohärenz bzw. Konsistenz: der Rahmen des gesamten Angebots sollte »aus einem Guss« sein; Bildungspläne der Kindertageseinrichtungen und Lehrpläne der Grundschulen sollten aufeinander abgestimmt sein;
  • Vielfalt und Wahlfreiheit: die kulturelle Vielfalt der Familien soll gewürdigt, Kinder in ihrer Individualität respektiert werden; Eltern sollen die Wahl haben, welche Einrichtung ihr Kind besucht;
  • Evaluierung: sie muss ein fortlaufender, demokratischer Prozess sein, an dem auch Kinder, Fachkräfte, Eltern sich beteiligen;
  • Die pädagogische Arbeit schätzen: sie umfasst nicht nur das Angebot für Kinder von null bis sechs Jahren, sondern erfordert Kommunikations- und Kooperationskompetenzen weit darüber hinaus im Kreis Erwachsenen, in der Gemeinde, im gesamten Umfeld;
  • Kindertageseinrichtung und Schule: Die Zusammenarbeit muss auf gegenseitiger Akzeptanz der Gleichwertigkeit beider Angebote aufbauen;
  • internationale Partnerschaft: »KINDER in Europa« wendet sich gegen Bestrebungen, Kindertageseinrichtungen – frühkindliche Erziehung überhaupt – zu standardisieren und einseitig wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen; mit bestehenden europäischen Organisationen und Netzwerken wird zu diesem Zweck zusammen gearbeitet.  


Damit diese Wurzeln sichtbar werden und damit das Papier wirklich begründet diskutiert werden kann, entstehen zurzeit zu allen zehn Prinzipien so genannte Dossiers, Materialsammlungen mit Hintergrundinformationen. Zwei sind fast fertig (Prinzip 1: Zugang und Prinzip 7: Evaluierung), die anderen werden bis Mitte 2010 folgen und nacheinander zur Verfügung stehen.

Eine zusammenfassende Einschätzung des Projekts »KINDER in Europa« muss deren Einmaligkeit ebenso würdigen, wie ihr Funktionieren bewundern. Wie kann etwas so Komplexes entstehen? Vielleicht liegt der Grund für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Herausgeberinnen und Herausgeber darin, dass sie ihre Eigeninteressen nicht leugnen (und dann hinterrücks doch durchzusetzen versuchen), sondern dass sie anerkennen, dass jeder Interessen haben darf, und deshalb eigene offen legen. Jedenfalls – so zeigt die Erfahrung der Zusammenarbeit – je offener alle Beteiligten mit den Unterschieden umgehen, je konstruktiver finden sich auch Lösungen. Und umgekehrt, wenn sich doch mal Intransparenz einschleicht, dann braucht es enormen Aufwand und Zeit für eine Klärung. Inzwischen haben wohl alle Partner erfahren, dass alle am meisten profitieren, wenn das Gesamtprojekt profitiert. Umgekehrt gilt das nicht: wenn alle ihre Einzelinteressen verfolgen, muss es kein Gesamtinteresse geben. Es ist sogar wahrscheinlich, dass verschiedene Interessen sich gegenseitig am Erfolg hindern.

Ist dies am Ende gar ein Lehrbeispiel für Kooperation und Teamarbeit überhaupt? So gänzlich neu wäre die Erkenntnis zwar nicht, aber ihre Bestätigung nicht weniger wertvoll. Die Schweiz, mitten in Europa gelegen und trotzdem noch kein Partner bei »KINDER in Europa«, macht seit 700 Jahren vor, wie es geht: Gleichheit in der Unterschiedlichkeit. Dieses Arbeitsprinzip hat Tradition und Substanz, neumodisches Gerede von diversity kann harte Praxis nicht ersetzen.  


Roger Prott

 

 

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